Praxis selbstgemacht

Der Selfmade-Chefredakteur

Journalist ist Konrads Traumjob. Doch der Stundenplan des Bachelor-Studenten ließ ihm wenig Zeit für praktische Erfahrungen. Deshalb gründete er sein eigenes Webmagazin

Das Online-Magazin back view widmet sich aktuellen Themen aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport (QUELLE: back view)

Wandel des Klimas lautet der aktuelle Titel. Es ist das Titelthema von back view. Hinter der Seite steht Konrad Welzel, 24 Jahre, Student an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. „Die Lust am Schreiben hat mich dazu gebracht, etwas ganz eigenes auf die Beine zu stellen“, erzählt Konrad. Also gründete er 2007 das Online-Magazin back view.

Die Anfänge

Wie er dazu kam? Nach einem Praktikum bei der Lokalzeitung und der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg stand für ihn fest: Er will Journalist werden. Doch als Bachelor-Student für Politikwissenschaft erschwerten volle Stundenpläne wichtige Praxisphasen. „Längere Praktika machen und gleichzeitig gute Noten schreiben ist kaum zu schaffen. Aber im Journalismus ist Praxis wichtig“, sagt Konrad.

Deshalb entschloss er sich dazu, back view zu gründen, ein Online-Magazin von jungen Leuten für junge Leute. Immer im Blick: die Story hinter der Story. Beim Thema Klimawandel berichtet das Magazin über die Kernfusion und ihre Vor- und Nachteile. Den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche beleuchtet es aus der Sicht von Theologiestudenten.

Die Hürden

Konrad Welzel (24), Gründer von back view (QUELLE: Privat)

Bis back view tatsächlich online ging, musste Konrad jedoch einige Hürden nehmen. Die größte Herausforderung war es, eine Redaktion zusammenzustellen. „Mein Konzept war zu aufwändig für eine Ein-Mann-Show“, erzählt der Student. Er gründete eine Gruppe bei StudiVZ und heuerte so Nachwuchsjournalisten an. Viele waren von dem Projekt begeistert, brachten eigene Ideen mit ein. Doch in einigen Punkten gingen die Meinungen auseinander. „Einen Namen zu finden, sich auf ein Layout zu einigen, war nicht einfach.“ Geklappt hat es dennoch.
Lies auf der nächsten Seite, wie es mit back view weiter ging

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2 Kommentare

  1. K. Kolumna

    Das klingt ganz interessant…mich würde nur interessieren, wie weit sich die Geschichte finanziell lohnt. Macht der Chefredakteur das Webmagazin für lau oder verdient er genug, um sein Studium zu finanzieren?

  2. Julia Fohmann

    back view wird durch Spenden und Anzeigen unterstützt. Allerdings reicht das nicht, damit alle Redakteure ihr Studium finanzieren können. Das war aber auch nicht Sinn der Gründung. back view verfolgt möchte sich als unabhängiges, journalistisches Format im Internet etablieren. Gleichzeitig können hier Nachwuchsjournalisten praktische Erfahrungen neben dem Studium sammeln.

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