Karriereplanung

Hilfe, ich studiere das Falsche!

Falsches Studium? Du willst wechseln, aber welches Fach? Praktika sind Chancen, in neue Branchen zu schnuppern. Zwei Job-Profis erklären dir, wie der Neustart gelingt

Der Weg zum richtigen Job führt oftmals nicht geradeaus (Quelle: MUT ZUR PRAXIS)

1. Schritt: Mach dir bewusst, dass es nie zu spät ist, neu anzufangen!

Johannes Hoch betreut den Bereich “Praktika” bei „Student & Arbeitsmarkt“ in München: “Während eines Studiums – und selbst danach – hat fast jeder noch die Möglichkeit sich beruflich umzuorientieren. Zu vielen Berufsfeldern wie den Medien oder auch in den wirtschaftlichen Bereich führen ohnehin die unterschiedlichsten Studiengänge. Und gerade Sozial- oder Geisteswissenschaftler sind – vorausgesetzt sie streben keine Karriere an der Uni an – nicht auf ein bestimmtes Berufsbild festgelegt.”

Unser Tipp: Wenn du dich genauer über die Berufsaussichten deines Studienfachs informieren möchtest, wende dich an die Career Center deiner jeweiligen Uni.

2. Schritt: Informiere dich genau über deinen neuen Wunschberuf…

Anna-Maria Engelsdorfer ist akademische Beraterin von der „Agentur für Arbeit“ in München: “Wenn ein Student in unsere Beratung kommt und einen fachfremden Beruf kennenlernen will, rate ich immer dazu, sich ganz genau zu erkundigen. Der Student sollte wissen, was ihn in dem neuen Arbeitsbereich erwartet. Oft stimmen die eigenen Vorstellungen nämlich nicht mit der Realität überein.”

Unser Tipp: Die Agentur für Arbeit hat in allen Universitätsstädten ein eigenes Beratungsangebot für Studenten. Dort kannst du dich ausführlich über deine gewünschten Berufsfelder informieren.

3. Schritt: Bevor du gleich ein neues Studienfach beginnst, mach erstmal ein Praktikum!

Johannes Hoch: “Bevor zum Beispiel ein BWL-Student merkt, dass Wirtschaft doch nicht das Richtige für ihn ist und er lieber Medizin studieren möchte, würde ich auf jeden Fall empfehlen erstmal ein Praktikum im Krankenhaus zu machen. Bevor jemand seinen Studiengang wechselt, lohnt es sich erstmal praktische Erfahrung in dem angestrebten Berufsfeld zu sammeln. Prinzipiell empfehlen wir ohnehin allen Studenten nicht nur fachnahe, sondern auch ein fachfremdes Praktikum auszuprobieren. Das erweitert den Horizont.”

Unser Tipp: Mach den Test – Welcher Studiengang ist der Richtige für dich?

4. Schritt: Überlege dir bei der Bewerbung, wo du in deinem Lebenslauf Anknüpfungspunkte findest…

Anna-Maria Engelsdorfer: “Bei der Bewerbung für einen eigentlich fachfernen Beruf ist es wichtig, dass die Studenten Anknüpfungspunkte in ihrem Lebenslauf finden. Es darf sich natürlich nicht um Schein-Argumente handeln, denn diese werden von Arbeitnehmern schnell durchschaut. Wenn sich etwa ein Mathematiker für die Medien interessiert, sollte er in seiner Bewerbung hervorheben, wo er schon mal mit Texten gearbeitet hat.”

Unser Tipp: Bevor du dich in einer fachfernen Branche bewirbst, erkundige dich genau auf der jeweiligen Internetseite über die Firma. Offene Fragen zu den benötigten Qualifikationen werden in der Regel auch von Mitarbeitern der Personalabteilung beantwortet.

5. Schritt: Gib dir besondere Mühe bei der Formulierung des Anschreibens!

Johannes Hoch: “Wenn sich ein Student für ein fachfremdes Praktikum bewirbt, muss er sich besonders gut vorbereiten und perfekt präsentieren. Gerade im Anschreiben müssen die Studenten versuchen zu begründen, warum sie die Richtigen für die jeweilige Stelle sind.”

Unser Tipp: Hier erfährst du, was du beim Verfassen einer Bewerbung beachten solltest.

6: Schritt: Wenn es mit dem Praktikum geklappt hat, hab keine Angst vor neuen Aufgaben!

Anna-Maria Engelsdorfer: “Alle Studenten lernen überfachliche Kompetenzen wie die Fähigkeit sich in schwierige Themen

Johannes Hoch und Anna-Maria Engelsdorfer helfen Studenten bei der Suche nach Jobs und Praktika (Quelle: Privat)

einzuarbeiten. Ich selbst habe zum Beispiel Geschichte und Literaturwissenschaft studiert und arbeite jetzt in einem ganz anderen Bereich: der Agentur für Arbeit. Dass ich mir in meinem Studium Kommunikationskompetenz angeeignet habe, kommt mir dabei natürlich zu Gute. Und die anderen notwendigen Kenntnisse hab ich mir in der Praxis angeeignet.”

Unser Tipp: In unserer Rubrik “Die Mutigen” erfährst du, wie andere Studenten die Aufgaben ihres Praktikums gemeistert haben.


von Marion Stieglitz

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