Vorteil: Fachhochschule

Je länger umso besser

Studierende mit viel Praxiserfahrung finden leichter einen Einstieg bei BMW. Einige haben einen strukturellen Vorsprung: Der Vorstand von BMW wünscht sich, dass alle Studierende den Weg in die Praxis gehen. Warum, erzählt er uns im Video.

Sein Wissen hat Wolfgang Timko nicht nur im Hörsaal, sondern vor allem in der Praxis erweitert: Das hat ihm den Einstieg als Mikrosystemtechniker bei BMW erleichtert (Quelle: Timko/BMW)



Angst vor dem ersten Arbeitstag? Wolfgang Timko hat keine. Denn der 27-Jährige weiß aus seiner Studentenzeit genau, was ihn in seinem neuen Job bei der BMW Group in München erwartet. Er ist ein Berufseinsteiger, wie ihn sich Unternehmen wünschen: Praxiserfahrung ist für den Mikrosystemtechniker nämlich kein abstrakter Begriff, sondern war fester Bestandteil seines Studium – Wolfgang hat an einer Fachhochschule studiert und darüber hinaus viel freiwillige Praxiserfahrung gesammelt.

BMW setzt auf lange Praktika
Über das Jahr verteilt schnuppern bei BMW rund 3000 Studierende an den verschiedenen Standorten Praxisluft. Rund zwei Drittel kommen von Fachhochschulen. Christian Schutz, der bei der BMW Group für strategisches Personalmarketing und Nachwuchssicherung verantwortlich ist, arbeitet gerne mit Berufseinsteigern von Fachhochschulen zusammen: „Studenten von Fachhochschulen sind per se praxisorientierter in ihrer Ausbildung. Sie machen mehr und vor allem längere Praktika. Damit können sie sich besser in einen Konzern einarbeiten und auch spannendere Themen übernehmen beziehungsweise an entsprechenden Projekten mitwirken.“

Von der Fachhochschule ohne Probleme in den Beruf
Wolfgang kann das bestätigen: Während seines Studiums absolvierte er zwei Pflichtpraktika von jeweils 20 Wochen Dauer in verschiedenen Unternehmen sowie ein dreimonatiges freiwilliges Praktikum in den USA. Außerdem arbeitete er als Werksstudent sechs Monate bei BMW in München und war Teilnehmer des Fastlane-Förderprogramms. Die dabei gesammelten Erfahrungen sind bei seinem Berufseinstieg von unschätzbarem Wert: „Ich konnte bereits die wichtigsten Prozesse im Unternehmen kennenlernen. Außerdem war mir die grundsätzliche Arbeitsweise innerhalb der Abteilungen bekannt. Mit dem Team, in dem nun beschäftigt bin, habe ich bereits im Rahmen meiner Masterarbeit Kontakt gehabt. Daher hatte ich bereits einen Überblick über meine zukünftigen Aufgaben. Ich wurde bei meinem Berufseinstieg also nicht ins kalte Wasser geworfen.“

Altes System: Universitäten und Fachhochschulen
Die größere Praxisorientierung und -anbindung ist der zentraler Unterschied zwischen Fachhochschulen und Universitäten in Deutschland, wie Kolja Briedis vom Hochschule Informations Symstem (HIS) erklärt: „Die Fachhochschulen sind in den 1960er und -70er Jahren gerade mit dieser Zielrichtung gegründet worden. Im Gegensatz dazu hatten und haben die Universitäten ihren Fokus noch stärker auf der Vorbereitung für wissenschaftliche Tätigkeiten.“ Doch Briedis ist sich sicher, dass sich diese bisher relativ deutliche Unterscheidung in Zukunft abschwächen wird: „Es ist zu erwarten, dass auch einzelne Fachhochschulen forschungsorientierte Masterstudiengänge einrichten. Und umgekehrt ist zu beobachten, dass die Unis einen Teil der Studiengänge stärker praxisorientiert gestalten.“

Der Vorstand wünscht sich Praktikanten
So wie Wolfgang hat ein Großteil der Berufseinsteiger bei BMW vor der Anstellung bereits Praxiserfahrung im Unternehmen gesammelt. Und auch wenn Fachhochschulen bei der Praxisorientierung gegenüber Universitäten noch die Nase vorn haben, wünscht sich BMW-Vorstandsmitglied Harald Krüger aus persönlichen und beruflichen Gründen, dass alle Studierenden den Mut haben, den Schritt in die Praxis zu gehen:


von Annette Persch

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