
Sein Wissen hat Wolfgang Timko nicht nur im Hörsaal, sondern vor allem in der Praxis erweitert: Das hat ihm den Einstieg als Mikrosystemtechniker bei BMW erleichtert (Quelle: Timko/BMW)
BMW setzt auf lange Praktika
Über das Jahr verteilt schnuppern bei BMW rund 3000 Studierende an den verschiedenen Standorten Praxisluft. Rund zwei Drittel kommen von Fachhochschulen. Christian Schutz, der bei der BMW Group für strategisches Personalmarketing und Nachwuchssicherung verantwortlich ist, arbeitet gerne mit Berufseinsteigern von Fachhochschulen zusammen: „Studenten von Fachhochschulen sind per se praxisorientierter in ihrer Ausbildung. Sie machen mehr und vor allem längere Praktika. Damit können sie sich besser in einen Konzern einarbeiten und auch spannendere Themen übernehmen beziehungsweise an entsprechenden Projekten mitwirken.“
Von der Fachhochschule ohne Probleme in den Beruf
Wolfgang kann das bestätigen: Während seines Studiums absolvierte er zwei Pflichtpraktika von jeweils 20 Wochen Dauer in verschiedenen Unternehmen sowie ein dreimonatiges freiwilliges Praktikum in den USA. Außerdem arbeitete er als Werksstudent sechs Monate bei BMW in München und war Teilnehmer des Fastlane-Förderprogramms. Die dabei gesammelten Erfahrungen sind bei seinem Berufseinstieg von unschätzbarem Wert: „Ich konnte bereits die wichtigsten Prozesse im Unternehmen kennenlernen. Außerdem war mir die grundsätzliche Arbeitsweise innerhalb der Abteilungen bekannt. Mit dem Team, in dem nun beschäftigt bin, habe ich bereits im Rahmen meiner Masterarbeit Kontakt gehabt. Daher hatte ich bereits einen Überblick über meine zukünftigen Aufgaben. Ich wurde bei meinem Berufseinstieg also nicht ins kalte Wasser geworfen.“
Altes System: Universitäten und Fachhochschulen
Die größere Praxisorientierung und -anbindung ist der zentraler Unterschied zwischen Fachhochschulen und Universitäten in Deutschland, wie Kolja Briedis vom Hochschule Informations Symstem (HIS) erklärt: „Die Fachhochschulen sind in den 1960er und -70er Jahren gerade mit dieser Zielrichtung gegründet worden. Im Gegensatz dazu hatten und haben die Universitäten ihren Fokus noch stärker auf der Vorbereitung für wissenschaftliche Tätigkeiten.“ Doch Briedis ist sich sicher, dass sich diese bisher relativ deutliche Unterscheidung in Zukunft abschwächen wird: „Es ist zu erwarten, dass auch einzelne Fachhochschulen forschungsorientierte Masterstudiengänge einrichten. Und umgekehrt ist zu beobachten, dass die Unis einen Teil der Studiengänge stärker praxisorientiert gestalten.“
Der Vorstand wünscht sich Praktikanten
So wie Wolfgang hat ein Großteil der Berufseinsteiger bei BMW vor der Anstellung bereits Praxiserfahrung im Unternehmen gesammelt. Und auch wenn Fachhochschulen bei der Praxisorientierung gegenüber Universitäten noch die Nase vorn haben, wünscht sich BMW-Vorstandsmitglied Harald Krüger aus persönlichen und beruflichen Gründen, dass alle Studierenden den Mut haben, den Schritt in die Praxis zu gehen:
Erst sitzt ihr im Hörsaal, später lest ihr Bücher, irgendwann schreibt ihr Prüfungen. Universität bedeutet Theorie. Leider: Arbeitgeber aber wollen praktische Erfahrung. Daher fordert euch die Initiative MUT ZUR PRAXIS auf: Auch wenn das Studium länger dauert – nehmt euch Zeit für Praktika! Damit ihr wisst, was euch im Büro, in der Werkstatt, im Labor erwartet.
Wir helfen euch Mutigen. Besucht dazu einfach unsere Facebook-Seite. Warum? Weil ihr nur hier mit den Menschen in Kontakt kommt, die entscheiden, wer in Zukunft bei Adidas, Audi oder Allianz arbeitet: den Mitarbeitern der Personalabteilung. Nur bei uns erfahrt ihr, auf was es beim Berufseinstieg wirklich ankommt.



An der Uni habe ich ... viel ausprobiert, um dann dort wieder zu landen, womit ich begonnen habe
Ich finde, dass Praxis ... hilft, sich über seine Stärken und Schwächen klar zu werden
Als Prakikant durfte ich ... gerne auch mal länger arbeiten und dafür morgens länger schlafen
Für meinen Traumberuf habe ich ... zum Glück (noch) nicht über Leichen gehen müssen
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