Überraschung im Praktikum

Mehr als nur Theater

In seinem Praktikum bekommt Dennis einen guten Einblick hinter die Kulissen des Freiburger Theaters (Quelle: MUT ZUR PRAXIS)

Die unkonventionelle Arbeitsweise der Regisseurin hat allerdings auch problematische Seiten. Die Diskussionen der vergangenen Proben über Islamophobie, Selbsmordattentate und Ehrenmorde führten bislang noch zu keinem vorzeigbaren Ergebnis. Fünf Wochen vor der Premiere wird das Team um die Regisseurin langsam nervös, denn niemand weiß, was dem Publikum am 18. Mai gezeigt werden soll. Und weil eigentlich die Dramaturgen – also Dennis und seine Chefin – dafür zuständig sind, dass die Inszenierung auf die Bühne kommt, müssen sie die Regisseurin ab sofort zu zielgerichteter Produktivität antreiben: „Eine schwierige Gratwanderung, schließlich soll der kreative Prozess nicht durch zu viel Pragmatismus gestört werden.“

Allround-Praktikum

Derzeit muss der Philosophie-Student für die Proben auch seine Samstage opfern – und wenn zwischendurch Zeit ist, hilft er bei der Fertigstellung der Programmhefte und bei der Planung der Publikumsgespräche. Trotz des zeitlichen Aufwands ist das Praktikum für Dennis ein großer Gewinn und er denkt selbst an eine Karriere am Theater. Nur ein Szenario bereitet ihm etwas Sorge: Wird ein Schauspieler bei der Premiere krank, müsste am Ende sogar jemand aus der Dramaturgie einspringen, wie kürzlich bei der Freiburger Premiere der „Buddenbrooks“. Dass er dann selbst vielleicht auftreten müsste, daran mag Dennis allerdings nicht denken. Er sagt lachend: „Soweit darf es nicht kommen.“


von Marion Stieglitz

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