Lebenslauf tunen

Bloß kein Mut zur Lücke

Der Lebenslauf ist des Personalers liebstes Stück: Er bietet dein Leben in Kurzform. Damit du auch mit wenig Berufserfahrung Eindruck schindest, haben wir für dich 5 Tipps tiefergelegt

Lebenslauf

Auf die Plätze, fertig, los: Mit dem richtigen Lebenslauf wirst du zum Durchstarter auf dem Weg zum Traumjob (Quelle: fpp/MEV)

So sieht also dein Leben aus: Von der Geburt bis zur eigenen Familienplanung, von der Grundschule bis zu den Hobbies gibt der Lebenslauf Auskunft über alle Stationen deines Lebens. Wirklich alle? Jein. 50-Jährige mit viel Berufserfahrung müssen ihr Leben selbstverständlich nicht vom Urschleim an aufzeigen. Bei Berufseinsteigern sieht der Lebenslauf meist jedoch sehr dünn aus. Bevor du aber den Beruf deiner Eltern mit ins Spiel bringst, um deinem Leben Substanz zu geben, achte lieber darauf, was wirklich wichtig ist: deine Qualifikationen – und diese 5 Tipps!

1. Reloaded: Staubwedel-Angriff auf veraltete Angaben

Egal, ob Papa Geschäftsführer oder arbeitslos ist: Name, Alter und Beruf der Eltern oder der Geschwister waren früher üblich, interessieren heute aber niemanden mehr. Schließlich geht es um dich, nicht um dein Elternhaus. Über die Angabe des eigenen Familienstands herrscht dagegen Uneinigkeit: Die Angabe von eigenen Kindern kann die Chance auf Einstellung mindern, da kleine Quälgeister schnell zu wahren Zeiträubern werden können. Auf der anderen Seite zeugt ein funktionierendes Familienleben von Organisationstalent und Teamfähigkeit. Hier heißt es: aufs Bauchgefühl hören!

2. Lückenlos: Bloß kein Mut zur Lücke

Personaler sind wahre Spürhunde, wenn es um Lücken im Lebenslauf geht. Ein fehlendes Jahr zwischen Schule und Studium? Da stimmt was nicht. Deshalb: Unbedingt Mut zur Vollständigkeit beweisen und positive Aspekte herausarbeiten. Du hast dir eine Auszeit genommen und bist durch die USA gereist? Super, dann hast du deine Sprachkenntnisse vertieft. Du suchst seit mehreren Monaten einen Job? Da sind sicherlich einige Fortbildungen angefallen, die du angeben kannst. Stelle das Positive heraus!

3. Feintuning: Ein Hoch auf Soft-Skills

Genügend Berufserfahrung fehlt so ziemlich jedem Studenten. Deshalb alles reinschreiben, was man vorzuweisen hat. Ob Nebenjob oder Bundeswehr: Hier kannst du mit erlernten Soft Skills punkten, sei es Umgang mit Menschen, Teamarbeit oder Zeitmanagement. Wenn du bereits Praktika gemacht hast, gibst du am besten konkret deine Aufgabenbereiche an – dadurch kennt der Personaler sofort deine Qualifikationen und Erfahrungen. Wichtig: Was du hier reinschreibst, muss natürlich auch mit deinem Anschreiben und mit den geforderten Fähigkeiten der Stellenausschreibung übereinstimmen. Also bitte nicht den geübten Umgang mit der Kaffeemaschine anpreisen!

4. No risk, more fun: Vorsicht vor den falschen Hobbies

Du bist Vize-Weltmeister im Bungee-Jumping oder stürzt dich jeden freien Tag mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug? Respekt, aber wenn du dich nicht gerade als Stuntman bewirbst, haben solche Hobbies im Lebenslauf nichts verloren. Zu riskant und zu gefährlich, schließlich sollst du der Firma idealerweise für längere Zeit erhalten bleiben. Gute Hobbies dagegen sind Mannschaftssportarten, da diese Teamfähigkeit vermitteln, oder Sportarten, die Ausdauer, Beharrlichkeit und eisernen Willen erfordern, zum Beispiel Marathonlauf oder Ballett. Also ran ans Tutu!

5. Gut angelegt: Weniger ist mehr

Bei Anlagen gilt: Klasse statt Masse! Das Grundschulzeugnis der vierten Klasse interessiert Personaler ebenso wenig wie eine irrelevante Seminarbestätigung über Römer am Oberrhein. Stattdessen wird in jedem Fall das Unizeugnis verlangt. Wenn das noch nicht vorliegt, tut es auch das Vordiplom oder eine Studienübersicht. Außerdem runden aussagekräftige Praktikumszeugnisse und das letzte Schulzeugnis dein Profil ab. Übrigens: Wer gerne seine Noten im Lebenslauf aufführen möchte, darf das gerne tun – dann aber vollständig! Wer sein Abi mit Müh und Not bestanden hat, darf genüsslich schweigen.


von Stefanie Kimler

Ein Kommentar

  1. Tiger

    Wieder einmal sehr informativ. Wieviel kostet es denn, Sie zur Optimierung meiner Bewerbungsunterlagen anzuheuern?

Zurückschrei(b)en!